Schlagwort-Archive: Gott

…und führe uns nicht in Versuchung

/619648_web_R_by_BettinaF_pixelio.de_.jpg

Mt 4,1 Darauf wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, damit er vom Teufel versucht würde.

Spätestens seit dem Aufkommen der gotteslästerlichen Volxbibel hat man gemerkt, dass die biblische Wahrheit immer stärker unter Beschuss gerät. Man will jetzt die Bibel neu übersetzen, damit sie zur menschlichen Theologie passt. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf, erhebt sich jetzt der Mensch über die überlieferte Schrift, denn er weiß in seinen Augen besser als Gott, was richtig und falsch ist. Dieses Jahr (2017) wurde dann auch die Lutherbibel neu überarbeitet, dabei wurde auch hier und da leicht verändert und „angepasst“. Auf dem Portal bibleserver.com, das ich für meine Artikel benutze, bekommt man unter anderen Ausgaben nur noch diese Luther-Übersetzung zu lesen. Man hat die ältere Übersetzung von 1984 bereits entfernt. So wird der Gläubige Schritt für Schritt vom richtigen Wort Gottes weggeführt. Ob diese Taktik bewusst oder unbewusst angewandt wird, bleibt hierbei offen. Der wachsame Gläubige weiß, wer letztendlich dahinter steckt!

Solche Dinge beginnen im Kleinen. Zuerst verändert man nur einzelne Begriffe, dann ganze Sätze, dann die Kapitel und zuletzt die ganze Schrift. Ich habe Menschen gesehen, die nur eine biblische Wahrheit in Frage stellten. Heute sind sie so weit von Gott entfernt, wie Weltmenschen, die von Gott nichts wissen wollen.

Zur Zeit wird das „Unser Vater“ oder auch „Vater Unser“ in Frage gestellt u. a. von dem YouTuber EndzeitreporterMCM und sogar von Papst Franziskus. Der Papst meint, dass die Übersetzung „und führe uns nicht in Versuchung“ (aus Mt 6,13) falsch übersetzt worden sei; es sollte vielmehr heißen „lass uns nicht in Versuchung geraten“. Man meint, dass Gott doch nicht zum Bösen versuchen könne, darum wäre diese Stelle schlicht und einfach falsch übersetzt worden. Auch Jakobus 1,13-14 will man dazu anführen. Aber Jakobus widerspricht doch nicht Matthäus! Wer kommt auf die Idee, dass sich Gottes Wort widerspricht und eine Stelle gegen die andere ausgespielt werden kann, als hätte der Heilige Geist beim Einhauchen der Schrift einen Fehler begangen?

Es wird übersehen, dass Gott durchaus einen Menschen in Versuchung führen kann! Wie das aussieht, zeige ich an einem Beispiel:

Der König Hiskia war ein Mann, der von Gott das Zeugnis bekam:

2Kö 18,5 Er vertraute dem HERRN, dem Gott Israels, sodass unter allen Königen von Juda keiner seinesgleichen war, weder nach ihm noch vor ihm.

Ich will jetzt nicht die ganze Geschichte des Königs Hiskia erzählen, nur kurz umreißen. Dieser Mann war einer der letzten guten Könige in Juda. Durch ihn und sein Vertrauen auf Gott gab es im Land noch einmal eine Reformation. Man richtete sich wieder nach Gottes Wort aus und zerstörte die Götzenbilder und okkulten Opferstätten (2Kön 18,4). Durch Hiskia kam das Wort Gottes wieder unter das Volk und man feierte das bis dahin größte Passahfest (2Chr 30). Als dann der König Sanherib Jerusalem bedrohte und zu Schutt und Asche machen wollte, erhörte Gott das Glaubensgebet des guten Königs und zerstörte die sehr große feindliche Armee (2Kön 19,35). Zuvor jedoch war Hiskia todkrank gewesen und war auf übernatürliche Weise wieder gesund geworden (2Kön 20,7). Sogar eine Sonnenuhr war dabei rückwärts gegangen (Jes 38,8). Obwohl Hiskia auch seine Fehler hatte, war er ein sehr guter und hingegebener Diener Gottes.

Doch nachdem Hiskia diese Erfahrungen mit Gott sammeln durfte, stellte ihn Gott auf die Probe. Er wollte wissen, wie Hiskia in seinem Innersten dachte und ob er sich vielleicht nicht heimlich für seine Siege und Erfolge, die Gott ihm geschenkt hatte, selber auf die Schultern klopfte.

Wir lesen:

2Chr 32,31 Als aber die Gesandten der Fürsten von Babel zu ihm geschickt wurden, um sich nach dem Wunder zu erkundigen, das im Land geschehen war, da verließ ihn Gott, um ihn auf die Probe zu stellen, damit er alles erkenne, was in seinem Herzen war.

Gott verließ Hiskia, d. h. er ließ zu, dass er von den Gesandten von Babel besucht wurde, denen er mit Freuden seine großen Reichtümer zeigte. Gott ließ Hiskia in Versuchung kommen, entweder richtig oder falsch zu reagieren . Das sollte Gott und auch Hiskia selber offenbaren, wie der König in Juda in seinem Herzen dachte. Nachzulesen in 2Kön 20,14-20.

Wer Babel kennt, der weiß, dass die Babylonier Jahre später kamen und Jerusalem zerstörten und das Volk deportierte. Babel setzte zwar ein freundliches Gesicht auf, als Hiskia Babels Gesandten in Überschwang und Naivität seine Reichtümer zeigte – aber was hatten die Botschafter damals im Hinterkopf? Zog man vielleicht schon heimlich Erkundigungen ein? Auf jeden Fall versagte Hiskia bei dieser Prüfung:

2Chr 32,25 Aber Hiskia vergalt die Wohltat nicht, die ihm widerfahren war, sondern sein Herz überhob sich. Da kam der Zorn über ihn und über Juda und Jerusalem. 26 Als aber Hiskia sich darüber demütigte, dass sein Herz sich überhoben hatte, er und die Einwohner von Jerusalem, kam der Zorn des HERRN nicht über sie, solange Hiskia lebte.

Obwohl der König in diesem Punkt versagt hatte, schenkte Gott trotzdem noch Gnade und zögerte das Gericht über Juda noch um einige Jahre hinaus!

Gott kann einen Menschen in Versuchung führen. Auch bei der Versuchung des Herrn Jesus Christus, der vollkommener Mensch und vollkommener Gott ist, war das so (Mt 4,1-11)! Wie will man feststellen, ob ein Bekenner wirklich an Gott glaubt? Wie können wir selber sehen, ob wir Gott vertrauen und wie weit es mit unserer Hingabe bestimmt ist? Wie kann Gott unsere Liebe zu Ihm prüfen? – Doch nur indem er uns die Wahl zwischen Ihm und dem Teufel lässt!

Der Schöpfer prüft uns, indem Er uns in eine Situation führt, bei dem Er dem Feind Gottes erlaubt, uns ein „schmackhaftes“ Angebot zu machen, das für uns eine Versuchung darstellt. In der Regel zeigt sich dann, ob wir bereit sind, für Gott auf etwas zu verzichten. Eventuell kann es auch darum gehen, ob wir trotz eines möglichen Nachteils in der Lage sind, auf Gott weiterhin zu vertrauen. Bei Hiskia war es der Stolz, vielleicht ist es bei uns ein angebotenes sexuelles „Abenteuer“, Geld oder die eigene Ehre – Gott und wir wissen, wo unsere Schwachpunkte liegen. Erst durch eine Versuchung kommen diese Dinge richtig ans Licht.

Wer sind wir, dass wir Gott absprechen wollen, uns zu prüfen?! Dürfen wir Gottes Souveränität in Frage stellen? Gott ist Gott und wir sind Geschöpfe! Auch der Papst ist nur ein Mensch! Wenn Gott zulässt, dass uns der Teufel versuchen darf, dann fragt Gott nicht uns um Erlaubnis.

Der Apostel Petrus musste diese Erfahrung am Kohlenfeuer machen (Lk 22,31-32; Joh 18,12-27), wie auch der leidende Hiob (Hiob 1,6-12).

Spr 22,28 Verrücke die uralte Grenze nicht, die deine Väter gemacht haben.

Ps 12,7 Die Worte des HERRN sind reine Worte, in irdenem Tiegel geschmolzenes Silber, siebenmal geläutert.

Buchempfehlung dazu: Hiskia – Der Mann, der Gott vertraute (Wolfgang Bühne)

Share Button