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Selbstmord ist eine schlechte Option

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In jungen Jahren ist man etwas weniger davon betroffen. Das Leben steht noch offen, man freut sich auf jeden Geburtstag, auf jedes Weihnachten. Man freut sich darauf, aus der Schule zu kommen und einen Beruf zu erlernen. Man freut sich auf den 18. Geburtstag, mit dem meistens der Führerschein gemacht wird. Das Leben gleicht einem unbekannten, verlockend weitem Land, das es als Pionier zu entdecken gilt. Eine lichte Zukunft steht noch offen, und die weite Welt will erobert werden. Vielleicht freut man sich darauf eine Familie zu gründen mit einem tollen Partner, den man liebt. Auch der Verdienst von eigenem Geld steht in Aussicht und man schmiedet vielleicht Pläne, wie man so leben kann, dass die Welt nachhaltig dadurch verändert wird. Gute Vorsätze und schöne Pläne. Hoffnung.

Doch je älter man wird, desto mehr muss man lernen, die Disharmonien, die das Leben ebenso wie das Schöne mit sich bringt, auszuhalten. Vielleicht kommt eine schwere Krankheit, vielleicht werden Träume nicht zur Wirklichkeit, vielleicht hat man Liebeskummer. Beziehungen werden zerstört, seelische Wunden werden gegenseitig zugefügt, Probleme am Arbeitsplatz treten auf und zuletzt kommen kleine und große Katastrophen über das eigene Leben. Bei manchen Menschen kommt dann alles zusammen. Katastrophe folgt auf Katastrophe. Man findet keinen Ausweg mehr und erkennt, dass das Leben nicht nur knallhart, sondern sogar regelrecht grausam mit einem umgehen kann. Viele Enttäuschungen, vielleicht noch eine schwere Krankheit, soziales und finanzielles Elend führen zu depressiver Stimmung, zu seelischer, schwarzer Dunkelheit. Das Leben, das früher offen stand, entpuppt sich als grausamer Diktator, der die eigene Persönlichkeit zutiefst unterdrückt und schädigt. Man kommt dann auch vielleicht zu dem Schluss, dass das alles keinen Sinn mehr hat. Für viele, die solche Katastrophen erleben, scheint nur noch ein Ausweg offen zu sein: Der Selbstmord.

Selbstmord ist die letzte Handlung, die manche Menschen wählen, wenn sie keinen Ausweg mehr sehen. Selbstmord zur Bestrafung der eigenen Person, zur Bestrafung der Angehörigen oder zuletzt zur Bestrafung Gottes scheint in der Hoffnungslosigkeit das letzte Licht für viele zu sein, damit der Schmerz aufhört, damit man dem bösen Unheil entkommt und meint endlich Ruhe zu finden.

Mir ging es selber schon so. Durch meine psychische Krankheit, mit der viel Leid verbunden war, kam ich oft in solch ausweglose Situationen, so dass ich meinte, jetzt könne mir nur noch der „letzte Schritt“ helfen. Wie ein Heroinsüchtiger, der den nächsten Schuss ersehnt, so sehnte ich mich nach Ruhe und Frieden, nach dem Tod.

Aber der Glaube an Gott hielt mich am Leben. Obwohl keine Lösung meiner Probleme in Aussicht stand, wusste ich doch, dass Selbstmord eine Sünde ist, die mich vielleicht in die Hölle bringen könnte. Und gegen die Hölle ist jedes irdische Leiden ein Kindergeburtstag. So hielt mich die Furcht davor ab meinem Leben ein Ende zu setzen, und ich bestürmte Gott im Gebet, meine Situation zu verändern und meiner Psyche Besserung zu bringen, wenn er mich schon nicht komplett heilen wollte. Und daraufhin stellte ich fest, dass es für Gott keine ausweglosen Situationen gibt. Gott gestattete mir immer wieder einen neuen Anfang, er löste die Probleme auf und ich konnte schließlich wieder Licht sehen. Obwohl ich in den dunklen Phasen meinte, dass das Ende gekommen wäre, obwohl es den Anschein hatte, dass sich die Situation nie mehr ändern würde, ging es immer wieder weiter, weil Gott mir immer aufs Neue half. Es waren oft sehr lange, dunkle Lebensabschnitte, bei denen ich über Maßen leiden musste, doch es gab immer wieder einen Umschwung.

Wenn ich mich umgebracht hätte, dann hätte ich Gottes Eingreifen nicht mehr erleben können. Die Geschichte wäre zu Ende gewesen und Gott wäre mit mir und meinem Leben nicht zum Ziel gekommen. Ich bin zwar noch nicht am Ziel, aber ich weiß, dass Gott für mein Leben ein Ziel hat, das nicht erreicht wird, wenn ich mich umbringe.

(Die Frage, ob gläubige Selbstmörder in den Himmel kommen, will ich dabei nicht erörtern, denn diese Frage wird in der Bibel nicht zufriedenstellend beantwortet. Doch die Gefahr ist groß, dass man sich in der Hölle wiederfinden könnte. Gerade bei unerlösten Personen ist das eine 100prozentige Tatsache.)

Stattdessen sollte sich jeder Christ darauf verlassen, dass Gott Auswege aus absolut schlimmen, trostlosen Situationen hat, so dass wir oft nur staunen können. Die Bibel ist voll von Berichten, wie Gott in den traurigsten Umständen eine wundervolle, gewaltige Lösung der Probleme fand. Gerade das macht doch den Glauben aus: Gottes machtvolles Eingreifen bei ausweglosen Umständen.

Die Frage danach, ob Selbstmord sogar medizinisch legalisiert werden darf, ist heute in aller Munde. Pro und Contra halten sich dabei die Waage. Doch wir sollten immer dabei im Hinterkopf behalten, dass es Gott ist, der uns das Leben gab, und dass es Gott ist, der das Recht hat, uns das Leben zu nehmen. Die Bibel verurteilt Mord, darum ist Selbstmord ein ebenso eigenmächtiger Eingriff in Gottes Plan, der meiner Meinung nach nicht ungeahndet bleiben wird. Wir sind nicht Herren über Leben und Tod, sondern Gott:

1Sam 2,6 Der Herr tötet und macht lebendig; er führt ins Totenreich und führt herauf!

Gott hat uns zwar keine leichte Reise versprochen, aber er verspricht uns eine sichere Ankunft, wenn wir ihm vertrauen und an Jesus Christus glauben. In allen Umständen ist Gott bei uns und verlässt uns nicht, wenn wir Christen sind:

Hebr 13,5b denn er selbst hat gesagt: »Ich will dich nicht aufgeben und dich niemals verlassen!«

Mt 28,20b Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit! Amen.

Gott geht mit uns durch die Schwierigkeiten, seien sie auch noch so groß!!! Darum ist Selbstmord keine Lösung. Denn wenn Gott für uns ist, wer kann dann gegen uns sein:

Röm 8,31 Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein?

Nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes:

Röm 8,35 Wer will uns scheiden von der Liebe des Christus? Drangsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? 36 Wie geschrieben steht: »Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wie Schlachtschafe sind wir geachtet!« 37 Aber in dem allem überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat.

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