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Richtiges Bibelverständnis schützt vor Irrlehre

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Spr 15,23 Es freut einen Mann, wenn sein Mund eine richtige Antwort geben kann, und wie gut ist ein Wort, das zur rechten Zeit gesprochen wird!

2Tim 2,15 Strebe eifrig danach, dich Gott als bewährt zu erweisen, als einen Arbeiter, der sich nicht zu schämen braucht, der das Wort der Wahrheit recht teilt.

Wer sich erstmals in seinem Leben mit der Bibel beschäftigt, wird bald feststellen, dass die Bibel nicht wie ein Roman oder ein Sachbuch geschrieben wurde. Die Bibel ist in der Tat ein einzigartiges Buch. Sie enthält wahre Geschichten, Poesie, Aussagen, Berichte, Weisheiten, Vorhersagen, Lieder, aber auch wissenschaftliche Fakten. Sie enthält Aussagen von Gott, aber auch von Menschen und sogar von Tieren (4Mo 22,27-31). Natürlich dreht sich alles in der Bibel um die großartige Geschichte eines großartigen Gottes mit der Menschheit und den Erlösten. Von der Erschaffung des Kosmos, bis zur neuen Schöpfung eines neuen Himmels und einer neuen Erde. Wer begonnen hat, die Bibel zu lesen, wird bald feststellen, dass er nicht alles versteht. Manche Sätze werden ihn ansprechen, manche Aussagen werden ihn vor scheinbar unlösbare Rätsel stellen. Es kann auch sein, dass er auf vermeintliche Widersprüche stößt oder auf für ihn seltsame Behauptungen, die er anfangs gar nicht glauben kann. Das ist jedoch kein Grund mit dem Studium aufzugeben. Meist lösen sich solche Probleme mit der Zeit, wenn Gott Weisheit schenkt. Die Bibel wird verstanden, wenn der Lesende den Heiligen Geist hat und der Heilige Geist ihm nach und nach die Bibel aufschließt. Zum Empfang des Heiligen Geistes ist die Verkündigung des Evangeliums der Bibel notwendig, weil sie zur Buße und Wiedergeburt führt. Danach wird der Heilige Geist anfangen, den jungen Gläubigen über die Bibel zu belehren. Man kann nicht genau erklären, wie der Heilige Geist solches Wissen konkret vermittelt, aber Er tut es. Der Gläubige ist dabei aber nicht nur auf Gott allein, sondern auch auf seine Mitgläubigen angewiesen, die von Gott dazu gebraucht werden. Im Reich Gottes gibt es auch Menschen mit verschiedenen geistlichen Ämtern und Gaben, die die Bibel zum Nutzen aller Gläubigen auslegen und erklären, wie z. B. Lehrer und Evangelisten. Man kann z. B. von einem Prediger in der örtlichen Gemeinde etwas lernen, Bücher von schon verstorbenen, aber auch lebenden Christen lesen oder sich durch die Medien informieren. Wichtig ist dabei immer die Botschaft, die aus Worten besteht, Bilder sind hierbei nebensächlich. Denn Gott vermittelt uns sein Wort über das innere und äußere Ohr.

In unseren Zeiten sehen wir uns unzähligen verschiedenen Lehren und Meinungen gegenüber. Es gibt extrem gefährliche Sekten mit christlichem Anstrich, welche zum Teil entsetzliche und haarsträubende Dinge behaupten, und es gibt die liberale Theologie, die das Wort Gottes verworfen hat, weil sie es für erlogen betrachtet. In diesem großen Wirrwarr an Meinungen und Behauptungen hat der Teufel leichtes Spiel den Gläubigen zu verwirren, wenn dieser noch nicht so gut über geistliche Gesetzmäßigkeiten Bescheid weiß. Wenn der Teufel es nicht schafft, das Wort Gottes zu negieren und Gott der Lüge zu bezichtigen, dann fängt er in der Regel an, das Wort Gottes so zu verdrehen und aus dem Gesamtzusammenhang herauszulösen, dass am Ende das Gegenteil oder ein Zerrbild von dem herauskommt, was Gott ursprünglich gesagt hat. Ein Beispiel ist die Versuchung des Herrn Jesus Christus in der Wüste in Mt 4,1-11.

Damit der Gläubige vor solchen Lügen und Halbwahrheiten geschützt ist, wird er nicht darum herumkommen, die Bibel unter Gebet und mit Hilfe von Gott intensiv zu studieren. Lesen und auch Hören ist unabdingbar. Wer auf dem rechten Weg bleiben will, muss sich intensiv mit dem Wort Gottes beschäftigen. Und er muss genau hinhören.

Die meisten Irrlehren entstehen, wenn Bibelverse also aus dem Gesamtzusammenhang gerissen werden. Will man die einzelnen Verse richtig zuordnen, braucht man zuerst einmal einen Gesamtüberblick über die Heilsgeschichte, vom Beginn der Bibel, dem 1. Buch Mose, bis zum letzten Buch, der Offenbarung. Da die Geschichte Gottes mit der Menschheit sich über Jahrtausende erstreckt und in verschiedene Zeitalter eingeteilt wird, muss man sehr genau beachten, welche Gesetzmäßigkeiten zu welcher Zeit gelten. Gott handelt nicht immer gleich. Er passt sich an die Gegebenheiten und die Taten der zur jeweiligen Zeit lebenden Menschen an und reagiert auf ihr Verhalten dementsprechend. So kann es gut möglich sein, dass ein Gebot oder ein Befehl Gottes in einer früheren Zeit zwar galt, dann aber bei einem späteren Zeitpunkt abgeschafft oder durch ein neues Gebot ersetzt wurde. Nicht alles gilt zu jeder Zeit! Im Alten Bund wurde z. B. bei einem schweren Vergehen manchmal die Todesstrafe vollzogen (3Mo 20,10), während im neuen Bund die selbe Person „nur“ von der Gemeinde ausgeschlossen wird (1Kor 5,13). Oder Gott befiehlt etwas, was zu der jeweiligen Zeit notwendig war, aber sich dann in späteren Zeiten durch das Fehlverhalten bestimmter Menschen schädlich auswirkte, wie z. B. das Herstellen und Aufrichten der ehernen Schlange als Mittel zur Rettung (4Mo 21,9), die später aber wieder zerstört werden musste (2Kön 18,4), weil sie für den Götzendienst missbraucht wurde. Es gibt aber auch feststehende Wahrheiten und Gesetzmäßigkeiten, die für alle Zeiten gelten, wie z. B. die ewigen Souveränität und Herrschaft Gottes über die Schöpfung (Dan 3,33) oder dass in Gott keine Finsternis ist (1Joh 1,5) und er nicht lügen kann (4Mo 23,19). Um zu diesem Wissenstand zu kommen sollten wir die Bibel vielleicht einmal von Anfang bis Ende durchlesen. Man kann dabei auch gute Kommentare zu Hilfe nehmen. Und wir brauchen in der Regel zuerst einen Gesamtüberblick.

Weil die Bibel aber auch in verschiedene Bücher (66 Stück) aufgeteilt ist, müssen wir wissen, was der Inhalt des jeweiligen Buches ist:

• Wer ist der Autor?

• Wie lebte er?

• Wann lebte er?

• Wie waren die Lebensbedingungen in der jeweiligen Zeit?

• Was ist das Anliegen des Buch und des Autors?

• Wie war sein Auftrag?

• Welchen Beruf hatte er?

• Mit welchen Menschen hatte er zu tun?

• Welche Regierungsform herrschte zur jeweiligen Zeit?

• In welchem Heilszeitalter wurde das Buch verfasst?

(…)

Diese Fragen sind wichtig. Der Prophet Jesaja lebte z. B. noch zur Zeit der von Gott eingesetzten Königsdynastien in Juda, als der Gottesdienst noch im Tempel stattfand. Der Prophet Daniel dagegen war um Jahre später mit dem Volk im Exil, während der Tempel mitsamt der Stadt Jerusalem zerstört dalagen und strenge Heidenkönige über Israel herrschten. Beide Propheten unterscheiden sich daher nicht nur in ihrer jeweiligen Botschaft und ihrem zeitlichen Auftrag, sondern auch in ihren Handlungen. Außerdem musste z. B. der Prophet Jeremia ledig bleiben (Jer 16,2), während der Prophet Hosea eine hurerische Frau heiraten musste (Hos 1,2). Gott gab auch hierbei zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Befehle.

Weiter muss man sich die Frage stellen, wer mit welcher Aussage gemeint ist. Spricht die Bibel zu einer bestimmten Person, zu einem Heidenvolk, zum auserwählten Volk Israel oder zur Gemeinde des Neuen Testaments? Gott hat dem auserwählten Volk Israel eine andere Aufgabe in der Welt gegeben als der christlichen Gemeinde. Israel hat irdische Verheißungen. Die Gemeinde, bestehend aus Juden und Heiden, hat himmlische Verheißungen. Daher verwundert es auch nicht, dass Israel andere Gebote zu befolgen hat als die Gläubigen des Neuen Bundes nach Pfingsten.

Wir sehen also, dass wir nicht leichtfertig mit der Bibel umgehen können. Wir müssen sie sehr genau studieren, um zu unterscheiden, welcher Befehl für wen gilt.

Gott spricht natürlich auch uns persönlich an. Die Bibel hat in erster Linie uns etwas zu sagen. Doch dazu müssen wir bereit sein, uns von Gott korrigieren zu lassen. Und wir müssen uns unter das Wort stellen, d. h. wir müssen anerkennen, dass wir nicht so vollkommen sind, um über Gottes Wort zu urteilen; sondern wir müssen Gottes Wort zugestehen, dass es über uns urteilt, weil es vom unfehlbaren Gott kommt:

Hebr 4,12 Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und es dringt durch, bis es scheidet sowohl Seele als auch Geist, sowohl Mark als auch Bein, und es ist ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens.

Durch die Bibel zieht sich außerdem ein roter Faden. Die ganze Bibel weist uns auf den Erlöser Jesus Christus hin. Von seiner Ankündigung im Garten Eden geht die Geschichte bis zu seinem ersten Kommen als der leidende Messias und wird weitererzählt bis zu seinem zweiten Kommen als der herrschende Messias. Das ist das Hauptthema der Bibel. Jesus Christus sagte zu seinen Zeitgenossen daher:

Joh 5,39 Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben; und sie sind es, die von mir Zeugnis geben.

Ein intensives und genaues Studium der Bibel schützt uns dann vor der Gefahr durch Irrlehrer und Betrüger, weil es uns die Wahrheit näher bringt.

Mehr dazu:

und unter:

Die Bibel in der Vogelschau – Roger Liebi

Der Dispensationalismus – Lehre von den Heilszeitaltern, bzw. Haushaltungen Gottes

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