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Wegmarken

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Jer 31,21 Setze dir Wegweiser, stelle dir Meilensteine auf; richte dein Herz auf die gebahnte Straße, auf den Weg, den du gegangen bist! Kehre um, Jungfrau Israel, kehre um zu diesen deinen Städten!

Das Jahr ist schon wieder zu Ende. Als Kind kam mir ein Jahr wie eine Ewigkeit vor. Sogar die sechs Wochen im Sommer, wann Sommerferien in der Schule waren, glichen einer halben Ewigkeit. Doch je älter man wird, umso schneller vergeht die Zeit.

Vor 20 Jahren hatte ich meinen ersten psychotischen Schub, der mein ganzes zukünftiges Leben aus der Bahn werfen sollte. Vor 20 Jahren leistete ich bei der Bundeswehr meinen Wehrdienst, als meine Schizophrenie völlig ausbrach. Ich litt danach etliche Jahre lang an akustischen Halluzinationen, die immer dann wiederkamen, wenn ich meine Medikamente nicht mehr nahm. Danach folgte eine Zeit von ca. 10 Jahren in der ich mehrere Aufenthalte in der Psychiatrie hatte. Es war eine sehr schlimme Zeit. Das Schlimmste dabei war jedoch nicht die Krankheit an sich – obwohl sie sehr schwer war – das Schlimmste war, dass mein Umfeld nicht verstand, dass mir etwas fehlte. Mir wurde Faulheit und mangelndes Interesse an der Arbeit vorgeworfen. Einmal verlor ich wegen einer psychotischen Phase dann auch wirklich meine Arbeit, ein anderes Mal meine Wohnung. Das war hart, denn man verstand mich nicht mehr. Menschen, die leichtfertig über psychisch kranke Menschen urteilen, wissen gar nicht, was sie ihnen damit antun. Keiner würde auf die Idee kommen einem Gehbehinderten zu sagen, er solle sich zusammenreißen und doch aufstehen. Doch bei einem geistig Kranken tut man das ständig.

Diese Krankheit ist vergleichbar mit einer Hölle, einer „Hölle-Light“. Gerade deshalb warne ich die Menschen so eindringlich vor der ewigen Verdammnis, denn sie wissen nicht, was ihnen blüht, wenn sie Jesus Christus verfehlen und die Hölle geworfen werden. Ich glaube, dass in der Hölle alles brennt: der Körper, die Seele und der Geist. Das ist vergleichbar mit einer Schizophrenie, bei der ebenso der ganze Mensch betroffen ist, wobei die Schizophrenie noch viel, viel leichter ist als der Aufenthalt in der Hölle.

Leute, die so stolz und hochmütig durchs Leben marschieren, auf andere herabschauen, reich sind, wohlhabend und behütet sind, und das alles ohne Gott, wissen gar nicht, wie hart das Schicksal zuschlagen kann. Sie können sich gar nicht vorstellen, welche Schmerzen, welches übermäßige Leid Gott schicken kann. Ich weiß das jedoch, ich lebe seit 20 Jahre damit. Es gibt eine Verdammnis und mir graut davor. Ich rede nicht gerne darüber. Viel lieber würde ich den Leuten sagen: „Kehr um, Gott liebt dich! Er meint es gut mit dir!“ Aber leider hören die Leute nicht mehr darauf. Sie wollen einfach nicht mehr hören und umkehren. Darum wäre es besser, den Selbstgefälligen zu sagen, dass eine endlose Aneinanderreihung von Schmerz, Leid, Wahnsinn, Hass, Wut, Traurigkeit und Verzweiflung auf sie wartet, wenn sie nicht umkehren.

Gestern las die Klagelieder von Jeremia. Wenn man die Situation Jerusalems bei seiner Zerstörung mit der heutigen Situation in Deutschland vergleicht, entdeckt man Parallelen. Auf diesem Blog habe ich schon öfter darüber geschrieben. Das was zur Zeit in Deutschland abläuft, ist ein sehr schweres Gericht, das Gott geschickt hat! Gott hat das geschickt! Der Grund ist die Abkehr des deutschen Volkes, aber auch der europäischen Völker vom biblischen Gott, der so viel für Europa getan hat. Die europäischen Völker ernten jetzt, was sie gesät haben. So bitter das auch ist, es ist die notwendige Konsequenz, die auf den Abfall von Gott folgt. Für die Gottlosen gilt: Ihr seid selber Schuld daran! Ihr habt euch von Gott abgewandt, darum kommt jetzt das Satanische! Auch das ist eine „Hölle-Light“.

Eigentlich sollte ich für meine Krankheit dankbar sein, denn sie hat mich aufgeweckt. Ohne diese Krankheit würde ich heute wahrscheinlich irgendwo wie alle anderen auch ein gottloses Leben führen. Vielleicht wäre ich auch schon lange tot. Diese Krankheit hat dazu geführt, dass ich angestrengt in der Bibel geforscht habe, dass ich mir viele, viele Gedanken über das kurze Leben auf dieser gewalttätigen Erde gemacht habe, dass ich unaufhörlich weiterforsche. Das alles ist nicht mein Verdienst, es ist Gottes Verdienst. Ich glaube nicht, dass es Gott gefällt, wenn ich krank bin, aber es scheint der einzige gangbare Weg für mich zu sein. Wahrscheinlich wird erst die Ewigkeit völlige Klarheit bringen.

Ich habe mir angewöhnt, Wegmarken zu gestalten. D. h. ich schaffe mir regelmäßig in meinem Leben Anhaltspunkte, von welchen aus ich zurückblicken kann. Das mache z. B. durch Fotos, die ich sammle und mit einem bestimmten Datum verknüpfe, mit Musik, die in der jeweiligen Zeit, in der ich lebte, gerade aktuell war. Mit Texten, die ich geschrieben habe. Diese Wegmarken zeigen mir, wie Gott, den ich nicht sah, mit mir auf bestimmten Wegstrecken gegangen ist. Das Leben als Christ ist davon bestimmt, vorwärts zu schauen; trotzdem brauchen wir auch Punkte, die hinter uns liegen. Sie sollen uns zeigen, woher wir kommen und wohin wir gehen. Sie sollen uns Gottes Güte in der Vergangenheit vor Augen führen.

Eine solche Wegmarke besteht für mich aus dem unten stehenden Video. (Es handelt sich dabei um Rockmusik, keine klassische Musik.) Es ist nichts besonderes, es zeigt einfach Naturaufnahmen, die ich bei Radtouren gemacht habe. Aber es erinnert mich an bestimmte Situationen in diesem Jahr. An schöne und an schwere. Dieses Jahr, war das kürzeste, das ich jemals hatte; und wahrscheinlich wird das nächste noch schneller vorbei gehen. Gefühlt natürlich. Doch damit kommt auch die Ewigkeit näher! 

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