Verlockende Verschwörungstheorien

657196_web_R_K_B_by_Rainer Sturm_pixelio.de
657196_web_R_K_B_by_Rainer Sturm_pixelio.de

„Verschwörungstheorien sind wie die glänzende Spitze eines satanischen Eisbergs; die Masse des Eisbergs liegt unterhalb des Meeresspiegels.“ So ähnlich sagte zu mir ein Prediger, der sich für einige Zeit mit Verschwörungstheorien befasst hatte.

Wir kommen kaum mehr an ihnen vorbei. Sie sind im Internet und vor allem auf YouTube präsent: Videos und Texte, die von einer Elite sprechen, die im Hintergrund die Fäden zieht. Besonders stark präsent ist heutzutage die Idee, dass es eine jüdisch-zionistische Weltverschwörung geben solle.

Ich habe viele Videos und Texte darüber durchgearbeitet und habe festgestellt, dass es keine Grenzen dabei gibt. In der Fantasie der Verschwörungstheoretiker und im grenzenlosen Einfallsreichtum derselben.

Doch sind diese Dinge wirklich nützlich? Ich möchte sagen: Ja und nein. Es ist nicht abzustreiten, dass hinter den Kulissen der Weltbühne tatsächlich etwas abläuft, von dem wir nur die Auswirkungen zu spüren bekommen. Gleichzeitig liegt in den Verschwörungstheorien die Gefahr, dass man sich darin verliert. Etliche Christen, die sich damit befasst haben, sind von diesen Geschichten so beeinflusst worden, dass sie mehr auf die angeblichen verborgenen Wahrheiten achten als auf die geoffenbarten Worte der Bibel. So erstaunt es nicht, wenn Christen behaupten, dass Israel nur aufgrund einer Verschwörung heute als eigenständiges Land existiere. Auch die Theorie, Israel würde heutzutage nur aus anderen heidnischen Völkern bestehen, die fälschlicherweise als Juden bezeichnet würden und nach Israel eingewandert seien, hält sich hartnäckig. Dazu kommt noch, dass Jesus Christus kein Jude gewesen sein soll, sondern ein Aramäer und Arier. Wir sehen, es gibt keine Grenzen in der Erfindungsgabe der Verschwörungstheoretiker.

Das Ganze hat System. Verschwörungstheorien sind immer eine Mischung aus Wahrheit und Fiktion. Das macht sie auch so spannend. Es mag ein Teil Wahrheit enthalten sein, aber beim Rest handelt es sich um Mutmaßungen und Spekulationen. Wir haben nie das Gesamtbild vor Augen, sondern immer nur Teile. Und je nachdem, wie die Sichtweise des Theoretikers ist, werden unterschiedliche Schlüsse gezogen. Viele Christen lassen sich davon beeindrucken und messen diesen Theorien den gleichen Stellenwert wie Gottes Wort bei. Es ist auch interessant, dass sich viele Christen mehr mit dem Okkulten und dem Teufel beschäftigen, als mit Jesus Christus. Dabei ist es jedoch so, dass wir, wenn wir Jesus Christus kennen, auch das Falsche vom Echten unterscheiden können. Damit ist die Beschäftigung mit Gottes Wort so unentbehrlich.

Natürlich ist auch an den Verschwörungstheorien etwas dran. Nur sollte man das Ganze nicht überbewerten. Vielleicht bekommen wir die Zusammenhänge und Verwicklungen einer nicht greifbaren Elite, die die Welt im Hintergrund lenkt, erst dann mit, wenn das Gericht vor dem großen weißen Thron Gottes stattfindet. Dann wird alles bewertet und offengelegt werden. Bis dahin wissen wir eben nicht alles.

Wir wissen jedoch, dass die Welt nicht von einer Verschwörung gelenkt wird, sondern von Gott. Gott ist derjenige, der die Fäden in der Hand hält. Auch die bösen Menschen können nur handeln, wenn Gott sie gewähren lässt.

Ps 47,9 Gott herrscht über die Völker; Gott sitzt auf seinem heiligen Thron.

Wir wissen auch, dass Israel heute als Nation besteht, weil Gott es zugelassen hat. Nicht, wie die Verschwörungstheoretiker glauben, weil eine unsichtbare Elite angeblich gegen Gottes Willen gehandelt hätte.

Jesus Christus ist jemand, der die Wahrheit immer offen ausgesprochen hat. Er sagte:

Joh 18,20 Jesus antwortete ihm: Ich habe öffentlich zu der Welt geredet; ich habe stets in der Synagoge und im Tempel gelehrt, wo die Juden immer zusammenkommen, und im Verborgenen habe ich nichts geredet.

Wir können den Ratschluss Gottes in der Bibel nachlesen. Er ist jedermann zugänglich und offenbar.

Verschwörungstheorien gehen daran vorbei. Jesus tadelte im Übrigen eine Gemeinde, in der sich viele mit den Tiefen Satans befasst haben:

Offb 2,24 Euch aber sage ich, und den übrigen in Thyatira, all denen, die diese Lehre nicht haben und die nicht die Tiefen des Satans erkannt haben, wie sie sagen: Ich will keine weitere Last auf euch legen;

Wenn wir uns mit dem Bösen beschäftigen, werden wir vom Bösen geprägt werden. Wenn wir uns mit dem Guten, Gott, beschäftigen, werden wir von Guten geprägt werden. Daher liegt eine Gefahr darin, sich zu viel mit den Werken der Finsternis zu beschäftigen. Der Satan ist ein Blender. Er bietet schlechte Inhalte in guter Verpackung an. Die Verpackung ist zwar verlockend und macht neugierig, der Inhalt jedoch ist Sünde und Tod. So erscheinen die Verschwörungstheorien spannend und verlockend, aber sie helfen uns nicht dabei, ein gottgewolltes Leben zu führen. Dafür brauchen wir Gottes Wort, das uns der Heilige Geist aufschließen muss.

Verschwörungstheorien werden vielleicht nicht bleiben. Das Wort Gottes jedoch wird ganz gewiss bleiben:

Mt 24,35 Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.