Warum Anbetung?

Ich muss gestehen, dass ich lange Zeit Probleme damit hatte, dass Gott angebetet werden soll. Bei dem Wort „Anbetung“ denkt man häufig im ersten Moment an einen Gewaltherrscher, der von seinen Untertanen rigorose Unterwerfung fordert. Das gab es in der Menschheitsgeschichte immer wieder. Grausame Herrscher forderten totalen Gehorsam. Wer zu einem solchen Herrscher kam, musste sich beugen. Brachte er ihm keine Ehre entgegen, konnte das ein Todesurteil nach sich ziehen. Wir sehen das ganz extrem in Nordkorea, wo sich Kim Jong Un als Gott verehren lässt und jeden tötet, der nicht ganz genau seinen Vorstellungen entspricht. In unserer westlichen Welt war das für längere Zeit nicht mehr so. Es wird aber wieder so kommen, denn die Europäische Union entwickelt sich langsam aber beständig zu einer totalitären Diktatur. Die Anzeichen dafür sind schon vorhanden und der Grundstein wurde schon gelegt.

Aber auch Medien-, Hollywood- und Musikstars lassen sich gerne und bereitwillig anbeten. Ihre Fans verfolgen aufmerksam jeden Schritt und Tritt, jeden neuen Skandal, Hochzeiten und Scheidungen ihrer Stars. Auch die Böhsen Onkelz z. B. erwarten wieder Tausende zu ihrem Konzert am Hockenheimring dieses Jahr, bei dem sie wieder eine Form von Anbetung durch ihre Fans erhalten werden.

Anbetung wird in unserer Welt pervertiert. Daher fiel es mir immer schwer Gott anzubeten. Ich hatte im Hinterkopf immer das Beispiel eines grausamen Diktators oder Stars und stellte mir vor, dass Gott aus dem gleichen Grund Anbetung fordert wie diese Menschen: Aus Stolz und Eitelkeit. Doch natürlich ist Gott nicht so!

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Bild: Bernd-Kasper_pixelio.de

Nun, wenn man in einer schönen Natur unterwegs ist, wenn man auf einen Berg steigt oder einen Spaziergang am Meer macht, dann kann man durchaus dazu kommen Gott anzubeten. Wem von uns blieb noch nie angesichts der Schönheit der Schöpfung die Spuke weg? Wer staunte noch nie über die unermessliche Genialität und die biologische, kosmische und natürliche Schönheit des Kosmos. Wenn wir diese Dinge begreifen und sehen, dann können die meisten von uns Gott preisen. Gottes Größe wird uns vor allem in den Psalmen sehr oft vor Augen geführt. Aber Größe allein führt noch nicht zur vollkommenen Anbetung, denn Gottes Größe zeigt sich auch in seiner vollkommenen Güte. Wäre Gott nur groß, aber nicht gut, dann würden wir ihn wahrscheinlich nicht gerne anbeten. Wir würden Ihn dann eher aus Angst anbeten statt freiwillig. Natürlich ist Gott auch zu fürchten; aber nicht weil er grausam wäre, sondern weil er so gut ist. Wir sehen also, dass man Gott anbetet für seine Größe und Güte. Das können auch Menschen, die nicht an Jesus Christus glauben.

Mit Jesus Christus dann kam ein ganz neuer Aspekt auf, warum Gott angebetet wird. Dieser Aspekt brachte mich dazu, nicht mehr die Beispiele der Machthaber und Stars im Hinterkopf zu haben. Jesus Christus wird natürlich angebetet, weil er der Schöpfer und HERR des Universums ist. Man könnte Ihn durchaus als Machthaber bezeichnen. Aber er ist kein grausamer Machthaber, der immer nur fordert, sondern ein Machthaber der gibt. Jesus Christus wird nicht nur angebetet, weil er so groß ist, sondern hauptsächlich weil er so klein wurde:

Phil 2,5 Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war, 6 der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein; 7 sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen; 8 und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz. 9 Darum hat ihn Gott auch über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der über allen Namen ist, 10 damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, 11 und alle Zungen bekennen, daß Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.

Um seine Schöpfung zurückzuerobern musste sich Jesus Christus unglaublich klein machen. Er musste nicht nur Mensch werden und den Himmel verlassen; er musste sogar einen Verbrechertod sterben. Doch das war noch nicht genug! Er musste auch die Hölle der Gottverlassenheit erfahren – etwas das wir, wenn wir errettet sind, nie durchmachen müssen. Am Kreuz musste sich der Vater vom Sohn abwenden, weil der Sohn, Jesus Christus, zur Sünde selbst wurde. Und Gott kann keine Gemeinschaft mit der Sünde haben, darum verließ er Jesus Christus. Jesus Christus erlitt dadurch die Hölle am Kreuz.

2Kor 5,21 Denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm [zur] Gerechtigkeit Gottes würden.

Jesus Christus war nicht nur von Menschen verlassen, sondern auch von seinem Vater. Er fühlte sich sogar nicht mehr als Mensch, sondern als Wurm:

Ps 22,7 Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und verachtet vom Volk.

Diesen Gott kann ich ohne Probleme anbeten; denn er hat nicht nur bewiesen, dass er mich liebt, als er am Kreuz für mich gestorben ist; er hat auch bewiesen, dass er trotz seiner Größe und Allmacht kleiner als der größte Sünder werden konnte. Als Jesus Christus seine Jünger aufforderte, klein zu werden und Diener aller zu sein (Mt 23,11), da forderte er nicht Gehorsam wie ein böser Gewaltherrscher oder Star, sondern ging selbst mit gutem Beispiel voran. Er selbst wurde zum Kleinsten.

DSCN1100 (Large)Wir sehen also, dass man Gott nicht nur für seine Größe anbeten muss, sondern auch dafür, weil er zum Kleinsten wurde. Dieser Aspekt war im alten Testament weitgehend verborgen, doch jetzt kann ihn jeder Mensch erfassen. So fällt es mir leicht Gott anzubeten, trotz anfänglichen Zögerns.

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