Warum ich die Tageszeitung nicht einmal geschenkt haben will

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Gestern war es wieder mal soweit. Ich war beim Einkaufen, und im Supermarkt war ein Stand, bei dem man ein kostenloses 2-Wochen-Abo unserer lokalen Zeitung haben konnte. Vor dem Stand stand eine Frau, die für die Zeitung warb. (Ich muss dazu sagen, dass ich immer etwas Mitleid habe, mit Menschen, die so einen Job machen müssen.) Manchmal wenn der Stand da steht, habe ich Glück und komme ungeschoren davon. Erste Regel: Seine Einkäufe schnell zusammenpacken, kein Blickkontakt und mit zügigen Schritten vorbei. Heute wurde ich jedoch wieder entdeckt. Die Zeitungs-Abo-Verschenkerin fragte mich, ob ich nicht ein kostenloses Probe-Abo der Zeitung haben wolle.

In meinen Kopf schossen die Gedanken „Lügenpresse“, „Mainstreammedien“ und „gekaufte Journalisten“. Im Kopf machten sich viele Gedanken breit, doch ich verzichtete darauf, eine Diskussion anzufangen. Wer braucht den heute noch eine Zeitung, die die Meinung vorgibt? Wer braucht die tendenziöse Berichterstattung? Wer braucht die Berichte, die von einer Vordenker-Elite geschrieben wurden und als Wahrheit verkauft werden? Wer braucht noch die lügenhafte Berichterstattung zur Ukrainekrise? Wer braucht im Zeitalter des Internets überhaupt noch die Meldungen, die Reuters und dpa vorgeben?

Ich kann mir mein Wissen selber zusammenstellen. Ich kann gezielt nach dem suchen, was mich interessiert – ich habe ja schließlich einen Internetanschluss. Ich kann mir meine Meinung selber bilden und bin nicht mehr auf die Informationen angewiesen, die ich wissen darf, weil sie die Zensur überlebt haben.

Das Internet macht´s möglich. Wenn ich mich informieren will, dann suche ich gezielt. Ich kann Webseiten besuchen, die sich vor Ort des Geschehens befinden. Ich kann Webseiten besuchen, die die Tatsachen so darstellen, wie sie in Wirklichkeit sind – ohne Verzerrung. Ich kann mich mit Leuten austauschen, die so denken wie ich.

Warum in aller Welt soll ich also eine Zeitung abonnieren, von der ich genau weiß, dass ich 80 Prozent der Meldungen sowieso nicht lese? Bei mir fällt schon mal der komplette Sportteil weg, weil er mich nicht interessiert, und die Berichte zur politischen Lage schaue ich mir im Internet an. Die zwei Unfälle im Straßenverkehr und der Überfall auf eine Tankstelle sprechen auch nicht dafür, mir ein Abo zuzulegen.

Wir wissen doch heute, dass die Mainstreammedien alleine der Propaganda dienen, so wie früher der Volksempfänger die Meinung verbreitete, als Hitler und Goebbels ihre Stimmen heiser schrien. Wir wissen doch eigentlich alle, dass die Meinung der deutschen Bürger ganz anders ist, als die Meinung der Wenigen, die uns vorschreiben wollen, was wir zu denken und zu fühlen haben. Wer sich mit den Menschen unterhält, der stellt fest, dass die verkündete Meinung gar nicht mit der Meinung des gemeinen Mannes übereinstimmt. Der gemeine Mann wacht langsam auf und sieht, dass er verraten und verkauft wurde. Er sieht, dass die Politiker nur noch ihre Agenda durchziehen und das auf Gedeih und Verderb von denjenigen, die sie gewählt haben. Sie wurden gewählt, weil man Hoffnung in sie setzte. Durch die Wahl wollte man, dass sich endlich einmal wieder etwas ändert. Zum Besseren. Man wollte, dass wieder Recht und Ordnung herrschen. Man wollte, dass sich Arbeit wieder auszahlt. Man dachte: Wenn ich den und den wähle, dann wird der Zustand unseres Landes wieder besser. Aber das geschah nicht. Die Politiker machen das genaue das Gegenteil. Und die Medien klatschen diesen Politkern noch Beifall und geben ihnen eine Plattform, von wo aus sie ihre konfusen, wirren Gedanken und Vorstellungen weiter verbreiten können. Wie auch diese Zeitung.

Diese Diskussion, die ich also mit mir selber führte, sprach ich gegenüber der netten Frau nicht an. Vielleicht hätte sie das verstanden – aber dann hätte sie sicherlich nicht dort gestanden, oder? Vielleicht weiß sie es insgeheim, aber sie kann ja ihre Zeitung nicht unglaubwürdig machen.

So sagte ich ihr, dass ich schon einmal ein Probe-Abo hatte, was auch stimmt.

Sie entgegnete mir dann: „Dann schenke ich Dir eben eine Zeitung“.

Sie gab mir eine Zeitung kostenlos mit.

Beim Hinausgehen fragte ich mich, wie verzweifelt die Presse schon sein muss, wenn sie ihre eigenen Zeitungen verschenkt, nur damit noch irgend jemand sie noch liest. Ähnlich muss es auch den Deutschen Fernsehsendern gehen, den Öffentlich – Rechtlichen, wenn sie feststellen müssen, dass niemand sich mehr für ihre Berichterstattung interessiert. Wenn sie dann Videos auf YouTube hochladen, dann haben sie meistens nur negative Bewertungen von denen, die sich noch die Mühe machen und die Propaganda anschauen. All das hat das Internet bewirkt, dessen Entwicklung die Presse und die Mainstreammedien verschlafen haben. Sie waren es gewohnt, dass man ihre Nachrichten hörte und las, weil es keine anderen gab. Aber heute ist das nicht mehr so. Der kleine Mann von der Straße kann sein eigenes Nachrichtenportal starten. Er kann seine eigene Meinung verkünden. Und er kann dabei mehr Erfolg haben als die großen Agenturen.

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