Warum ich nicht mehr so gerne christliche Ratgeber lese

Eine Zeitlang waren sie sehr in: Christliche Ratgeberbücher. Ich habe viele gelesen, aber selten hatte ich einen Gewinn davon. Warum?

1. Gott handelt individuell mit jedem Menschen

Manche Menschen beschreiben in ihren Büchern, wie sie äußere oder innere Not kamen, und wie sie wieder herauskamen. Sie beschreiben ein Rezept, dass ihnen geholfen hat, die Probleme zu überwinden. Gott hat bei ihnen so gehandelt. Aber das ist kein Grund dafür, dass Gott bei mir genauso handeln muss. Jeder Mensch ist verschieden und Gott geht mit jedem Menschen unterschiedlich um. Mit jeder Glaubensperson der Bibel schrieb Gott eine andere Geschichte. So ist es auch im normalen Leben.

2. Oft gibt es keinen schnellen Ausweg

Christliche Ratgeber versprechen manchmal einen schnellen Ausweg aus den Problemen. Man will, dass die Not schnell zu Ende geht. Aber was ist, wenn die Zeit die Gott bestimmt hat, noch nicht da ist. Da kann man sich winden wie man will, wenn Gott nicht will, müht man sich umsonst ab und ist dann enttäuscht, weil das Rezept nicht gewirkt hat.

3. Zuviel Psychologie

Es findet häufig in diesen Büchern eine Vermischung mit der Psychologie statt. Christliche Wahrheit mit Psychologie dieser Welt funktioniert nicht. Die Psychologie geht sehr oft pragmatisch vor. Der Zweck und das Ergebnis heiligen die Mittel. Wie viele Menschen hassen heute ihre Eltern, weil sie ihnen die Schuld an ihrer Misere geben? Die Psychologie sagt häufig: Weil Deine Eltern falsch mit dir umgegangen sind, darum hast du heute keine Freude im Leben. Das mag zwar bei vielen zutreffen, ist aber keine Entschuldigung für mein Fehlverhalten. Die Psychologie benutzt auch Praktiken und Anwendungen, die nicht biblisch sind. Da gibt es z. B. die Familienaufstellungen, Gedankenübungen und Fantasiereisen, um sich besser zu fühlen. In der christlichen Psychologie geht man dann z. B. einfach mit Jesus zurück an den Punkt in der Vergangenheit, wo man verletzt wurde und lasse ihn dich heilen. Eine unbiblische Praktik. Man verrennt sich in etwas.

4. Das Leben ist die beste Schule

Ich glaube durchaus, dass Gott, wenn er uns verändern will, dies in unserem Leben tut. Wenn er uns helfen oder ändern will, dann sorgt er über die Umstände dafür. Vielleicht lernen wir einen Menschen kennen, der uns Impulse gibt. Oder wir geraten in Situationen, durch die Gott uns verändern kann. Ich glaube, dass Gott lieber so vorgeht, als mit christlichen Ratgebern. Wenn man z. B. Vertrauen auf Gottes Versorgung lernen will, dann wird Gott einen vielleicht in finanzielle Schwierigkeit bringen, damit man lernt, Gott zu vertrauen. Wenn man Barmherzigkeit lernen will, dann muss Gott viel Not in unserem Leben zulassen, damit wir mit andere mitfühlen können. Wenn man Liebe lernen will, muss man mit schwierigen Menschen zu tun haben usw.

Christliche Ratgeber sind nicht immer schlecht, aber ich glaube, dass sie nur bedingt helfen.

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