Wenn nichts mehr geht: Ein Psalm geht immer noch

DSCN1092 (Large)Es kann manchmal sein, dass man angeschlagen ist. Vielleicht hat man Probleme mit Menschen. Probleme, weil man schuldig geworden ist. Oder Probleme, weil Freunde, Feinde oder Arbeitskollegen selber an einem schuldig geworden sind. Es kann auch sein, dass man vom Teufel attackiert wird und großen geistigen Kämpfen und Sünden hilflos ausgeliefert ist. Kurzum: Man ist am Boden zerstört und nur noch ein Schatten seiner selbst.

Es kann auch noch dazu kommen, dass es einem schwer fällt zu beten und die Bibel zu lesen, weil man keine Freude mehr daran hat. Vielleicht stößt man, wenn man die Bibel dann doch liest, auch auf eine Stelle, die eher anklagend als erbaulich ist. Dadurch kann man dann keinen Trost finden, sondern fühlt sich nur noch elender. Nicht alle Wahrheiten sind zu jeder Zeit nützlich. Wer am Boden ist, der sollte nicht noch zusätzlich runter gezogen werden.

Was mir in solchen Situationen immer wieder geholfen hat, waren die Psalmen. Die Psalmen sind in sich geschlossene Gebete. Die meisten sind nicht allzu lang und man hat sie häufig schnell durchgelesen.

Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass es in den Psalmen um Gefühle geht. In den Psalmen finden wir fast alle Regungen der menschlichen Seele: Freude, Glück, Angst, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Schuld, Verzagtheit, Liebe, Hass uvm. Die Psalmen sind Worte, die auf Gefühlsäußerungen zurückzuführen sind.

Manche Menschen tragen Lasten. Sie sind wie ein schwerer Rucksack auf dem Rücken, der vollgestopft mit schweren seelischen Problemen ist. Wenn wir das auf die Psalmen übertragen, dann ist es, als würde man den Rucksack vom Rücken nehmen, vor Gott ausschütten und die komplizierten, schweren Dinge Ihm übergeben. Alle Gefühle werden vor Gott ausgeschüttet und man erlebt, wie Gott die Lasten abnimmt. Danach können wir ihm danken und erleichtert weitergehen.

Wenn wir selber Lasten tragen und uns auch selbst zur Last fallen, dann können wir von den Psalmen lernen. Wir können uns in ihnen wiederfinden. Wir können ihre Worte und Bildsprache zu unseren eigenen machen. Wir können den Trost, den die Psalmisten fanden, auf uns selbst anwenden.

Wenn nichts mehr geht, weder Beten noch Bibellesen, dann lies einen Psalm!

Jesus Christus hat es auch so gemacht. Als er am Kreuz hing, betete er in seinen dunkelsten Stunden Psalmen. Viele Psalmen wurden schon Jahrhunderte vorher aufgeschrieben und deuten auf das Leiden des Messias´ hin. Wenn Jesus Trost in den Psalmen fand – wie viel mehr wir?!

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