Wie aus James Bond Jamie Blond wurde

Sie kann sich noch gut an die Zeiten erinnern, als alles anders war. Damals, als Jamie Blond noch James Bond war.

„M“ hatte gerufen. Sofort ließ James die Frau, die neben ihm Bett lag, liegen und fand sich im Büro seines Chefs wieder. Hier bekam er seine Aufträge. Das Wohl der Welt stand auf dem Spiel. Irgendein Bösewicht trachtete mal wieder nach der Weltherrschaft. Bond sollte sich in sein Umfeld begeben, die Sache analysieren und den Bösen gegebenenfalls ausschalten. Er hatte dazu die Lizenz zum Töten, und zum Stoppen des Geisteskranken war jedes Mittel recht. Dazu war er ausgebildet worden.

Manchmal kam ihm auch eine Frau in den Quere. Doch die Frau, die sich mit Bond anlegte, verfiel immer seinem Charme. Meistens sammelte er pro Fall mindestens drei Trophäen, wenn die Frauen mit ihm im Bett landeten.

Der Agent mit Spezialausbildung rettete jedes Mal die Welt und nahm sich am Schluß noch die Frau, die er liebte. „M“ war zufrieden, Bond glücklich und die Welt konnte so weitergehen wie bisher.

Doch dann wurden Stimmen laut, die Bond nicht gefielen. Von „Macho“ und „Chauvinistenschwein“ war da die Rede. Die Rede kam von radikalen Feministinnen, die im Berufsleben erfolgreich waren und den Herd gegen die Karriere eingetauscht hatten. Diese lebten auch oft in einer lesbischen Beziehung und hatten etwas gegen die Art, wie Bond seinen Job machte.

Wenn Bond bei einem Fight ins Schwitzen kam, dann sagten sie, er würde unangenehm riechen und seine Augenbrauen wären außerdem viel zu dicht.

So legte sich Bond ein Deo zu und begann regelmäßig zu duschen. Auch die Augenbrauen ließ er sich zupfen. Mit dem Resultat meinte Bond, wieder mehr Erfolg bei den Frauen zu haben. Doch die Frauen behaupteten, Bond wäre zu unsensibel für sie.

So besuchte Bond einen Kochkurs und erlernte die Gabe des Strickens. Jetzt trug er nicht mehr seinen maßgeschneiderten Smoking, sondern einen selbstgestrickten Pullover.

Er war meistens cool gewesen, doch wenn ihn jemand provozierte hatte, dann hatte er immer rot gesehen. Beim Psychiater, den er auf Anraten der Feministinnen besuchte, wurde ihm eine ADS-Persönlichkeit diagnostiziert. Der Agent bekam daraufhin Ritalin verschrieben und wurde ruhiger. Zu ruhig für „M“. Wer sollte jetzt noch gegen die Bösewichter kämpfen. Beim Geheimdienst wurde eine Frauenquote festgesetzt. So übernahm Moneypenny den Job. Bond bekam den Job als Putzfrau.

So fristete Bond sein Dasein in der Putzkolonne des Geheimdienstes. In seiner Mittagspause las er die Neue Revue und die Geschichten des englischen Königshauses, die darin auch ausführlich beschrieben wurden. Manchmal löste er auch Kreuzworträtsel.

Die Feministinnen beklagten sich bei „M“ jedoch, dass Bond keine Schürze und Kopftuch tragen würde. Schweren Herzens ließ „M“ Bond rufen und erklärte ihm, dass er sich anpassen solle. Also trug James Bond nun beim Arbeiten eine Schürze und ein Kopftuch.

Doch Bond war jetzt richtig in Not. Er fand keine Frau mehr. Keine Frau mochte so ein Weichei wie ihn. Als Moneypenny von einem erfolglosen Einsatz zurückkam, erklärte sie ihm, dass er vielleicht schwul sei. Er hätte es bloß nie richtig akzeptiert. Vielleicht wäre er sich auch nie seiner Anima so richtig bewußt gewesen. Bond fand das einleuchtend. Er wollte es einmal mit einem Mann probieren… Er hatte daraufhin eine kurze Affäre mit Felix Leiter, doch die verlief im Sande.

Heute sitzt Bond oft mit Minirock und blonder Perücke im Nachtlokal. Er arbeitet in einem Schönheitssalon und manikürt Fingernägel. Er hat herausgefunden, dass er doch nicht schwul ist. Er heiratete nämlich nach seiner Geschlechtsumwandlung eine der Feministinnen.

Die Folge davon ist, dass immer mehr Bösewichter Erfolg haben und die Welt unterzugehen droht.

Das waren noch Zeiten:

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