Wir sind doch unter der Gnade!

Vor ein paar Wochen hat ein Bruder, der den YouTube-Kanal Ökumene Kritik betreibt, einen mir sehr wichtigen Artikel von mir zum Thema „Die Hebrew Roots Bewegung“ vertont. Wer bis jetzt noch nicht weiß, was diese Strömung beinhaltet, der sollte sich zuerst einmal den Artikel durchlesen oder das Video anschauen. Gerade die Frage nach der Bedeutung Israels und die Stellung der Christen zum Gesetz des Mose scheint etliche Menschen heutzutage entzwei zu reißen. Wer nicht begreift, dass die Gemeinde aus Juden und Heiden besteht, und dass Juden und Heiden in der Gemeinde gleichwertig sind, der kann hier möglicherweise in die Irre gehen.

Gal 3,28 Da ist weder Jude noch Grieche, da ist weder Knecht noch Freier, da ist weder Mann noch Frau; denn ihr seid alle einer in Christus Jesus.

Kol 3,11 wo nicht Grieche noch Jude ist, weder Beschneidung noch Unbeschnittenheit, [noch] Barbar, Skythe, Knecht, Freier — sondern alles und in allen Christus.

Im derzeitigen Gemeindezeitalter besteht der Leib Christi also aus erretteten Juden und Heiden; da alle Menschen durch die Gnade gerettet werden, und nicht durch das Halten von Gesetzen, kann sich niemand auf seine Herkunft etwas einbilden (Röm 3,9). Wir sind alle „Bettler vor Gottes Haustür“ (M. Luther) und leben aus Gnade, nicht aus Leistung.

Eph 2,8 Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch — Gottes Gabe ist es;

Gott hat uns auch nicht erlöst und sagte dann: „Also jetzt habe ich dich erlöst, weil Jesus Christus für dich gestorben ist. Du bekommst noch eine Chance. Halte von jetzt an die Gebote, das Gesetz des Mose, denn sonst mache ich möglicherweise meine Tat und mein Wohlwollen dir gegenüber wieder rückgängig, und du gehst wieder verloren!“

Wir konnten das Gesetz vor unserer Errettung nicht halten und können es auch nachher nicht. Das Gesetz ist nicht dazu gedacht, um uns gerecht zu machen, sondern der Glaube an das vollbrachte Opfer des Herrn Jesus Christus (Gal 2,21)! Wir haben einen neuen Bund!

Hebr 8,13 Indem er sagt: »Einen neuen«, hat er den ersten [Bund] für veraltet erklärt; was aber veraltet ist und sich überlebt hat, das wird bald verschwinden.

Wir sollen aus Geist leben:

2Kor 3,4 Und eine solche Zuversicht haben wir durch Christus zu Gott; 5 nicht dass wir von uns selber aus tüchtig wären, sodass wir uns etwas anrechnen dürften, als käme es aus uns selbst, sondern unsere Tüchtigkeit kommt von Gott, 6 der uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes; denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.

Wir sind dem Gesetz gestorben:

Gal 2,19 Nun bin ich aber durch das Gesetz dem Gesetz gestorben, um für Gott zu leben.

Wir sind nicht unter dem Gesetz, wir sind unter der Gnade:

Röm 6,14 Denn die Sünde wird nicht herrschen über euch, weil ihr nicht unter dem Gesetz seid, sondern unter der Gnade.

Wir haben es doch viel besser als die Israeliten unter dem alten Bund. Wir sind Kinder Gottes, wir sind in Beziehung mit Gott, wir haben den Heiligen Geist in uns und viele andere Privilegien, die im alten Bund nicht vorhanden waren. Ich verstehe nicht, warum sehr viele Christen wieder zum Gesetz vom Sinai zurück wollen. Seien wir doch froh, keinen Sabbat halten zu müssen und nicht jede Speise auf ihre Reinheit untersuchen zu müssen und den ganzen Tag sorgenvoll darauf zu achten, ob wir auch ja alles richtig gemacht haben. Wir werden für unsere Sünden auch nicht gleich getötet, so wie die schweren Sünder im alten Bund. Wir dürfen uns doch von der Sünde weg entwickeln, ja, das sollen wir auch. Und ja, wir dürfen auch Fehler machen! Ich glaube, wir denken manchmal viel zu sehr an einen kleinlichen Buchhaltergott, der nebenbei noch Polizist ist, als an den liebevollen Vater aus dem Gleichnis vom verlorenen Sohn.

Ich finde, dass folgende Predigt sehr gut zum Thema passt:

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