Zu konservativ oder zu liberal?

Man hat´s nicht leicht. Vor allem, wenn man es jedem recht machen will. Aus der christlichen Bloggercommunity bin ich rausgeflogen. Bis heute weiß ich nicht warum. Ich bekam keine Antwort auf meine Rückfrage, wieso sie mich einfach rausgenommen haben. Anscheinend haben manche Leute meine Artikel gelesen und nicht für gut befunden. Vielleicht bin ich einfach zu konservativ. Ein paar Tage zuvor hatte ich einen Artikel geschrieben, der sich kritisch mit der Webseite prophetenschule.org auseinandersetzte, den ich jetzt aber wieder rausgenommen habe. Es kann ja auch nicht sein, dass Jesus Christus der Seitenbetreiberin im Weihnachtsmannkostüm erscheint, nur um ihr dann etwas später klarzumachen, dass Christus der wahre Weihnachtsmann ist. Außerdem hat die Betreiberin in einer „Vision“ Angela Merkel im Brautkleid und Christus als Bräutigam gesehen. Geht´s noch? Erscheint Christus demnächst auch noch im Boratkostüm, um zu zeigen, dass er eigentlich ganz anders gesehen werden will?

Wie dem auch sei…

Ich fragte mich daraufhin, ob vielleicht manche Seitenbetreiber mein Forum (www.endzeit-forum.de) weiter verlinken wollten. Diesmal schrieb ich mehrere konservative Webseiten an. Auch hier wieder Funkstille. Nur von einer Seite, deren Betreiberin mir schon viel geholfen hat, bekam ich eine Absage, dass dies einfach nicht möglich sei, und das ist ja akzeptabel. Aber von den anderen kam weder „Muh“ noch ein „Mäh“. Ich hätte vielleicht nicht in mein Profil reinschreiben sollen, dass ich gerne bayrisches und spanisches Bier trinke und Raucher bin. Vielleicht habe ich den Augen dieser Leute keine echte Bekehrung gehabt. Hier bin ich, so hat es den Anschein, dann wieder zu liberal eingestellt. Da ich jedoch bis heute auf eine Antwort warte, kann ich nur Vermutungen darüber anstellen, wieso man das Forum nicht weiter verlinken will. Das Traurige dabei ist, dass ich jahrelang diesen Seiten und Leuten, die dahinterstehen, zugearbeitet habe, ohne auch nur je etwas dafür zu verlangen.

Wie dem auch sei…

Man kann es einfach nicht jedem recht machen. Für die einen bin ich scheinbar zu konservativ und für die anderen zu liberal.

Jesus Christus hatte übrigens das gleiche Problem. (Wobei ich mich natürlich nicht mit Christus vergleichen kann.) Jesus Christus aß mit Sündern und trank mit ihnen Wein. Daher sagten die Pharisäer:

Mt 9,11 Und als die Pharisäer es sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum ißt euer Meister mit den Zöllnern und Sündern?

Für die Pharisäer war Jesus zu liberal, weil er sich mit Sündern abgab.

Aber auf der anderen Seite war er dann wieder zu konservativ, als er die Behauptung aufstellte.

Joh 6,56 Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm.

Diese Behauptung klang derart hart in den Ohren vieler Jünger, so dass sich viele wieder von ihm abwandten, obwohl sie diese Aussage missverstanden hatten.

Das christliche Leben ist eine Gratwanderung zwischen zu konservativ und zu liberal. Beides ist nicht gut. Man sollte sich in der Mitte bewegen. Das Glaubensleben sollte ausgewogen sein. Der Leitspruch, den ich mir für mein Leben herausgesucht habe, lautet:

Prediger 7,16 Sei nicht allzu gerecht und erzeige dich nicht übermäßig weise! Warum willst du dich selbst verderben?
17 Sei aber auch nicht allzu gesetzlos und sei kein Narr! Warum willst du vor deiner Zeit sterben?
18 Es ist am besten, du hältst das eine fest und läßt auch das andere nicht aus der Hand; denn wer Gott fürchtet, der entgeht dem allem.

Wenn man zu konservativ ist, neigt man dazu gesetzlich und hart zu werden und nur noch das Negative zu sehen. Man richtet dann leicht über andere und hält sich selber für den Maßstab aller Dinge. Wenn man zu liberal ist, lässt man sein Glaubensleben schleifen, nimmt die Nachfolge und den Kampf gegen die Sünde und den Teufel nicht mehr Ernst. Darum gilt: Ein rechtes Mittelmaß halten.  Eben so, wie es Prediger 7,16-18 beschreibt, ist es richtig.

Daher nehme ich es locker, wenn ich bei dem ein oder anderen anecke. Man kann es eben nicht jedem recht machen. Ich bin Christus verpflichtet und keinem Menschen. Jesus Christus wird eines Tages sein Urteil über mein Leben sprechen. Und er ist weder zu konservativ, noch zu liberal.

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