Zwischenbilanz dieses Blogs

Habakuk 1
1 Die Last, den der Prophet Habakuk geschaut hat: 2 Wie lange, o Herr, rufe ich [schon], ohne daß du hörst! Ich schreie zu dir [wegen des] Unrechts, und du hilfst nicht. 3 Warum läßt du mich Bosheit sehen und schaust dem Unheil zu? Bedrückung und Gewalttat werden vor meinen Augen begangen; es entsteht Streit, und Zank erhebt sich. 4 Darum wird das Gesetz kraftlos, und das Recht bricht nicht mehr durch; denn der Gottlose bedrängt den Gerechten von allen Seiten; darum kommt das Urteil verkehrt heraus!

Als ich neulich so meine alten Blogbeiträge gelesen habe, stellte ich fest, dass viele Artikel von Wut und Zorn geprägt sind. Oft richtete ich über andere und überhob mich, was auch nicht gut ist. Das alles geht darauf zurück, dass ich ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden habe. Ich selber wurde in meinem Leben oft ungerecht behandelt und ich muss auch zugeben, andere ungerecht behandelt zu haben. Wenn ich heute meine Artikel lese, dann stelle ich fest, dass ich oft mit Gottes gerechtem Gericht rechne. Aber wenn ich ehrlich bin, dann habe ich auch nichts anderes als Gottes gerechtes Gericht verdient. Nur die Gnade, die Jesus Christus anbietet, rettet mich davor.

Auf der anderen Seite muss man Unrecht Unrecht nennen. Man kann nicht einfach zu allem schweigen und nur die positive Seite des Evangeliums predigen. Man muss auch das Dilemma, in dem wir uns befinden, benennen. Und das sieht so aus, wie die eingehenden Worte von Habakuk beschreiben.„Bedrückung und Gewalttat“ sind in unserer Gesellschaft an der Tagesordnung. Das Gesetz ist „kraftlos, und das Recht bricht nicht mehr durch“. Das sind Dinge, die mich fertig machen. Diese Dinge stürzen mich in Wut und Verzweiflung.

Habakuk befand sich in einer Art von Endzeit. Das Volk, das sich aus Juda und Benjamin und auch aus anderen Stämmen Israels zusammensetzte, hatte jeden Glauben an Gott über Bord geworfen und achtete nicht mehr auf das Recht und das Gesetz Gottes. Sie waren sogar so böse geworden, dass sie ihre eigenen Kinder den Dämonen opferten, Tempelprostitution begingen, unrechte Rechtssprechung ausübten, Unterdrückung der Armen, Waisen und Witwen durchführten, und Totschlag war an der Tagesordnung. Das Volk wurde von gottlosen Königen und betrügerischen Fürsten beherrscht.
Dieser schlimme Zustand führte dazu, dass Gott die Chaldäer schickte, die Juda verwüsteten, Jerusalem und den Tempel zerstörten und das Volk gefangen wegführten.

Auch in unserer Zeit ist Endzeit. Wir befinden uns vor dem zweiten Kommen von Jesus Christus. Doch bevor er sichtbar für diese Welt kommt, werden grauenhafte Gerichte alle Menschen treffen, die sein Angebot der Versöhnung abgelehnt haben und weiterhin gottlos gelebt haben. Was soll man dazu noch sagen? Auf der einen Seite finde ich es gut, dass das Böse gerichtet wird. Auf der anderen Seite würde ich gerne den Menschen zeigen, wie genial unser Gott ist. Die Bestrebung, diesen Blog zu machen, schöpft aus beiden Quellen. Ich kann das Unrecht nicht mehr sehen. Es ist schlimm, was sich in unserer Gesellschaft und an unseren Arbeitsplätzen Tag für Tag abspielt. Nichts dagegen tun zu können, macht mich wütend. Aber ich würde auch gerne den Menschen die Schönheit Gottes, wie sie die Bibel darstellt, zeigen.

Gott ließ einmal durch Jesaja sagen:

Jesaja 1
5 Wohin soll man euch noch schlagen, da ihr doch den Abfall nur noch weiter treibt? Das ganze Haupt ist krank, und das ganze Herz ist kraftlos. 6 Von der Fußsohle bis zum Scheitel ist nichts Unversehrtes an ihm, sondern klaffende Wunden und Striemen und frische Verletzungen, die nicht ausgedrückt, noch verbunden, noch mit Öl gelindert sind. 7 Euer Land ist verwüstet, eure Städte sind mit Feuer verbrannt; Fremde fressen euer Land vor euren Augen, und es ist verwüstet, wie von Fremden verheert.

So sind wir! Das ist ebenso ein Bild für unsere Zeit. Die Familien sind kaputt. Die Beziehungen sind zerstört. Wir hauen und beißen uns gegenseitig wie tollwütige Hunde. Wer verletzt ist, verletzt andere. Und die wiederum verletzen auch andere. Auch ich bin verletzt und verletze andere.
Wer das erkennt, dem bleibt nur noch eine Option: Sich an Gott wenden, wie Habakuk es getan hat.
Nur Gott kann uns noch helfen… Jeder menschliche Versuch das Ruder noch einmal herumzureißen wird scheitern. Es wird keine „schöne, neue Welt“ geben, weil wir uns selbst dabei im Weg stehen, diese verwirklichen zu können. Wir selbst sind das Problem. Unsere Sünde und unser Unfähigkeit sind Hemmschwellen, das Gute zu tun. Da kann nur noch einer helfen: Jesus Christus!

Er sagte:  Mt 11,28 Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken!

Und:

Apg 2,21 Und es soll geschehen: Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird errettet werden.«

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.